Kommissionierungslager: Definition & Aufbau

Was ein Kommissionierungslager ist, wie Zonen und Pickwege aufgebaut sind, und wann sich eine eigene Picking-Fläche für KMU lohnt statt ein Mischlager.

Kommissionierungslager: Definition & Aufbau

Von Tibeau De Grauwe, FounderAktualisiert September 2026

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Was ist ein Kommissionierungslager?

Ein Kommissionierungslager ist eine Lagerfläche, die gezielt für das Zusammenstellen von Auftragspositionen eingerichtet ist: Artikel werden aus dem Bestand entnommen, zu einem Auftrag zusammengeführt und für Verpackung und Versand bereitgestellt. In der Praxis ist das oft ein abgegrenzter Bereich innerhalb eines größeren Lagers, nicht zwingend ein eigenes Gebäude.

Der Begriff wird synonym mit „Kommissionierlager" verwendet beide meinen dieselbe Funktion: eine Fläche, die auf schnelles, fehlerarmes Picken statt auf reine Langzeitlagerung optimiert ist.

Kommissionierungslager vs. Kommissionierung

Kommissionierung ist der Vorgang: das Entnehmen und Zusammenstellen von Artikeln für einen Auftrag. Das Kommissionierungslager ist der physische Ort, an dem dieser Vorgang stattfindet mit passenden Regalen, Pickwegen und Zoneneinteilung.

Diese Unterscheidung ist mehr als Wortklauberei: Wer nur den Ablauf optimiert (z. B. Batch-Picking einführt), aber die Fläche nicht danach ausrichtet lange Wege, unklare Zonen ,verschenkt einen Großteil des möglichen Zeitgewinns. Details zum Ablauf selbst finden Sie im Beitrag zur Kommissionierung im Lager.

Aufbau: Zonen und Pickwege

Ein funktionierendes Kommissionierungslager trennt vier Bereiche klar voneinander, auch wenn sie auf derselben Fläche liegen: Wareneingang (Prüfung und Einlagerung), Pickzone (aktiver Bestand für die Entnahme), Packzone (Verpacken und Etikettieren) und Retouren (getrennt von frischer Ware, bis geprüft).

Innerhalb der Pickzone bestimmt die ABC-Analyse die Anordnung: A-Artikel (hohe Entnahmehäufigkeit) nah an der Packzone, C-Artikel weiter hinten oder in Bulk-Lagerung. Das verkürzt die durchschnittliche Pickstrecke stärker als jede Software-Einstellung.

  • Wareneingang getrennt von der Pickzone, um Vermischung mit ungeprüfter Ware zu vermeiden
  • A-Artikel dicht an der Packzone, C-Artikel in Bulk oder weiter entfernt
  • Feste, eindeutig beschriftete Pickplätze (Zone-Regal-Fach) statt „irgendwo im Regal"
  • Retouren separat bis Prüfung abgeschlossen ist, sonst vermischen sich geprüfte und ungeprüfte Bestände

Wann lohnt sich ein eigenes Kommissionierungslager?

Für die meisten KMU ist die Frage nicht "eigenes Gebäude ja oder nein", sondern ob innerhalb des bestehenden Lagers eine klare Kommissionierungszone eingerichtet ist. Ein bauliches Kommissionierungslager mit eigener Adresse lohnt sich meist erst bei hohem Auftragsvolumen, mehreren parallelen Kommissionierteams oder wenn Lagerung und Picking sich gegenseitig blockieren (z. B. Gabelstapler kreuzen Pickwege).

Kleinere Betriebe erreichen die gleichen Vorteile oft, indem sie innerhalb des vorhandenen Lagers eine feste Pickzone mit eigenen, beschrifteten Standorten definieren ohne Umzug oder Neubau.

Software für das Kommissionierungslager

Ein Kommissionierungslager braucht vor allem drei Dinge aus der Software-Seite: genaue Standortdaten (welches Fach, welche Zone), Bestand, der beim Pick sofort abgebucht wird, und Barcode-Scan zur Bestätigung. Ein volles Enterprise-WMS mit Wellenplanung und Gang-Optimierung wird erst bei sehr hohem Tagesvolumen relevant.

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Justin M.

Co-Owner, Consumer Goods

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Kommissionierungslager und Kommissionierlager?
Keiner in der Sache beide Begriffe bezeichnen dieselbe Funktion: eine Lagerfläche, die auf das Zusammenstellen von Auftragspositionen ausgerichtet ist. „Kommissionierlager" ist die kürzere, im DACH-Raum häufigere Schreibweise.
Braucht ein kleines Unternehmen ein eigenes Kommissionierungslager?
Selten ein eigenes Gebäude. Meist reicht eine klar abgegrenzte Pickzone innerhalb des bestehenden Lagers mit festen, beschrifteten Standorten und Scan bei der Entnahme. Ein bauliches Kommissionierungslager lohnt sich erst bei hohem Volumen oder mehreren parallelen Pick-Teams.
Wie ist ein Kommissionierungslager typischerweise aufgebaut?
In vier getrennten Bereichen: Wareneingang, Pickzone (meist nach ABC-Analyse sortiert), Packzone und ein separater Retourenbereich. A-Artikel liegen nah an der Packzone, um Pickwege zu verkürzen.
Welche Software braucht ein Kommissionierungslager?
Im Kern: genaue Standortdaten pro Fach, Bestand, der beim Pick sofort abgebucht wird, und Barcode-Scan zur Bestätigung. Ein vollständiges WMS mit Wellenplanung ist erst bei sehr hohem Tagesvolumen nötig für die meisten KMU reicht eine inventory-first Lösung wie StockFlow.
Wie reduziert man Fehlpicks im Kommissionierungslager?
Am stärksten wirken feste, eindeutige Pickplätze und Scan gegen den Systembestand statt Papierlisten. Eine klare Zonentrennung (Wareneingang, Pick, Pack, Retouren) verhindert zusätzlich, dass ungeprüfte oder falsch gebuchte Ware in die aktive Pickzone gelangt.