Was ist Bestandsbewertung?
Bestandsbewertung (Inventory Valuation) verknüpft Ihren physischen Bestand mit einem Geldwert. Das beeinflusst Bilanz, Wareneinsatz und damit die Marge.
Operative Lagerverwaltung (Scan, Standorte, Inventur) und buchhalterische Bewertung gehören zusammen: zuerst stimmen die Mengen, dann die gewählte Kostenmethode.
FIFO, LIFO und Durchschnittskosten
FIFO (first in, first out) nimmt an, dass die ältesten Einkäufe zuerst verbraucht werden oft sinnvoll bei Haltbarkeit. LIFO macht das Gegenteil und unterstellt, dass die zuletzt eingekaufte Ware zuerst abgeht. Der gewichtete Durchschnitt mittelt Einkäufe über die Periode.
Welche Methode Sie nutzen dürfen, hängt von Regeln und Ihrem Steuerberater ab. StockFlow unterstützt das operative Tracking; Bewertungsexporte gehen in die Buchhaltung.
- FIFO: oft logisch bei verderblicher Ware
- Durchschnitt: stabilerer Stückpreis
- LIFO: handelsrechtlich zulässig, steuerlich an die tatsächliche Verbrauchsfolge geknüpft
Welche Methode ist in Deutschland zulässig: handelsrechtlich vs. steuerlich
Handelsrechtlich lässt § 256 HGB in Verbindung mit § 240 Abs. 4 HGB sowohl FIFO als auch LIFO sowie die Durchschnittsmethode als Bewertungsvereinfachungsverfahren zu Sie müssen also nicht jede einzelne Charge einzeln bewerten.
Steuerlich ist LIFO nur anerkannt, wenn es der tatsächlichen Verbrauchsfolge entspricht oder plausibel unterstellt werden kann, und wenn Handels- und Steuerbilanz dieselbe Methode verwenden. FIFO und die Durchschnittsmethode werden von der Finanzverwaltung in der Praxis unkomplizierter akzeptiert, weshalb viele KMU eine dieser beiden Methoden wählen, statt die zusätzlichen Voraussetzungen für LIFO zu erfüllen.
Das ist keine Steuerberatung: Welche Methode für Ihren konkreten Fall zulässig und sinnvoll ist, klärt der Steuerberater diese Übersicht ordnet nur ein, worüber Sie mit ihm sprechen sollten.
Praxistipp für KMU
Starten Sie mit Cycle Counts auf A-Artikeln und scannen Sie Wareneingänge, damit die Mengen stimmen. Stimmen Sie danach die Bewertungsmethode mit dem Steuerberater ab und liefern Sie periodisch einen Export, statt Excel die „Wahrheit“ sein zu lassen.
Rechenbeispiel: FIFO vs. Durchschnitt
Ein Händler kauft 100 Stück zu 10 € und später 100 Stück zu 12 € desselben Artikels. Verkauft er 100 Stück, bewertet FIFO diese mit 10 € (die älteste Charge zuerst), der verbleibende Bestand steht dann mit 12 € in der Bilanz. Der gewichtete Durchschnitt hätte stattdessen beide Chargen zu 11 € gemittelt.
Bei steigenden Preisen zeigt FIFO daher einen niedrigeren Wareneinsatz und eine höhere Marge als der Durchschnitt, ein Unterschied, der bei volatilen Einkaufspreisen schnell relevant wird.
Warum ein späterer Methodenwechsel teuer wird
Ein Wechsel der Bewertungsmethode mitten im Geschäftsjahr verzerrt den Vorjahresvergleich, weil dieselbe physische Bewegung plötzlich unterschiedlich bewertet wird. Wer früh mit dem Steuerberater die passende Methode festlegt, spart sich später eine aufwendige Nachberechnung historischer Bestände.
Genauso wichtig: Die Bewertungsmethode muss zur operativen Realität passen. Wählen Sie FIFO, aber Ihr Lager entnimmt physisch nicht nach diesem Prinzip (etwa bei loser Schüttware), driften Buchwert und tatsächlicher Warenfluss langfristig auseinander.
Weiterführende Ressourcen
Vertraut von kleinen Unternehmen
Das sagen unsere Kunden
“Best customer service! Stockflow's customer support is fast and extremely helpful. They assisted me with customization of the software to improve my experience as a user.”