Bestandsbewertung: FIFO, LIFO & Durchschnittskosten

Was ist Bestandsbewertung? Unterschied FIFO, LIFO und gleitender Durchschnitt und warum genaue Mengen vor der buchhalterischen Bewertung kommen.

Bestandsbewertung: FIFO, LIFO & Durchschnittskosten

Von Tibeau De Grauwe, FounderAktualisiert Juli 2026

  • 25 Produkte kostenlos
  • Keine Kreditkarte
  • Fertig in 10 Min.

Was ist Bestandsbewertung?

Bestandsbewertung (Inventory Valuation) verknüpft Ihren physischen Bestand mit einem Geldwert. Das beeinflusst Bilanz, Wareneinsatz und damit die Marge.

Operative Lagerverwaltung (Scan, Standorte, Inventur) und buchhalterische Bewertung gehören zusammen: zuerst stimmen die Mengen, dann die gewählte Kostenmethode.

FIFO, LIFO und Durchschnittskosten

FIFO (first in, first out) nimmt an, dass die ältesten Einkäufe zuerst verbraucht werden oft sinnvoll bei Haltbarkeit. LIFO macht das Gegenteil; in vielen europäischen Kontexten ist LIFO buchhalterisch eingeschränkt oder unzulässig. Der gewichtete Durchschnitt mittelt Einkäufe über die Periode.

Welche Methode Sie nutzen dürfen, hängt von Regeln und Ihrem Steuerberater ab. StockFlow unterstützt das operative Tracking; Bewertungsexporte gehen in die Buchhaltung.

  • FIFO: oft logisch bei verderblicher Ware
  • Durchschnitt: stabilerer Stückpreis
  • LIFO: lokale Buchhaltungsregeln prüfen

Praxistipp für KMU

Starten Sie mit Cycle Counts auf A-Artikeln und scannen Sie Wareneingänge, damit die Mengen stimmen. Stimmen Sie danach die Bewertungsmethode mit dem Steuerberater ab und liefern Sie periodisch einen Export statt Excel die „Wahrheit“ sein zu lassen.

Rechenbeispiel: FIFO vs. Durchschnitt

Ein Händler kauft 100 Stück zu 10 € und später 100 Stück zu 12 € desselben Artikels. Verkauft er 100 Stück, bewertet FIFO diese mit 10 € (die älteste Charge zuerst) der verbleibende Bestand steht dann mit 12 € in der Bilanz. Der gewichtete Durchschnitt hätte stattdessen beide Chargen zu 11 € gemittelt.

Bei steigenden Preisen zeigt FIFO daher einen niedrigeren Wareneinsatz und eine höhere Marge als der Durchschnitt ein Unterschied, der bei volatilen Einkaufspreisen schnell relevant wird.

Warum ein späterer Methodenwechsel teuer wird

Ein Wechsel der Bewertungsmethode mitten im Geschäftsjahr verzerrt den Vorjahresvergleich, weil dieselbe physische Bewegung plötzlich unterschiedlich bewertet wird. Wer früh mit dem Steuerberater die passende Methode festlegt, spart sich später eine aufwendige Nachberechnung historischer Bestände.

Genauso wichtig: Die Bewertungsmethode muss zur operativen Realität passen. Wählen Sie FIFO, aber Ihr Lager entnimmt physisch nicht nach diesem Prinzip (etwa bei loser Schüttware), driften Buchwert und tatsächlicher Warenfluss langfristig auseinander.

Vertraut von kleinen Unternehmen

Das sagen unsere Kunden

Best customer service! Stockflow's customer support is fast and extremely helpful. They assisted me with customization of the software to improve my experience as a user.

Justin M.

Co-Owner, Consumer Goods

Häufig gestellte Fragen

Ist Bestandsbewertung dasselbe wie Inventur?
Nein. Die Inventur sagt, wie viel Sie haben. Die Bewertung sagt, welchen Kostensatz Sie diesen Stückzahlen für die Buchhaltung zuordnen.
Welche Methode soll ich wählen?
Das hängt von Branche, Preisvolatilität und lokalen Regeln ab. Mit dem Steuerberater klären und vor allem über Perioden konsistent bleiben.
Kann ich die Bewertungsmethode später wechseln?
Ein Wechsel ist grundsätzlich möglich, wird aber steuerlich und bilanziell meist eingeschränkt und sollte nur mit dem Steuerberater erfolgen Konsistenz über Perioden ist der Normalfall.
Was passiert bei einem Methodenwechsel mit alten Beständen?
Historische Bestände müssen meist nach der neuen Methode neu bewertet werden, was einen zusätzlichen Buchhaltungsaufwand bedeutet. Deshalb lohnt es sich, die Methode früh und dauerhaft festzulegen statt sie später zu ändern.
Muss die Bewertungsmethode zum physischen Lagerprozess passen?
Idealerweise ja. Wählen Sie FIFO, entnimmt Ihr Lager aber nicht tatsächlich nach dem Prinzip „ältestes zuerst“ (etwa bei loser Schüttware ohne Chargentrennung), weichen Buchwert und physischer Warenfluss über Zeit voneinander ab.